Christoph Schönberger:
Sonatine für Horn and Klavier

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(2023) Spieldauer: 16'

  1. Scherzo – Prestissimo, Trio – misterioso, prestissimo
  2. Elegia – Larghetto
  3. Intermezzo Piccolo – Allegro
  4. Finale – Allegro

PDF Dateien der Partitur und der Hornstimme sind auf der IMSLP Webseite frei erhältlich.

Gedruckte Exemplare können vom Komponist bezogen werden.

Die Sonatine für Horn und Klavier (2023) ist das Schwesterwerk der Sonatine für Trompete und Klavier (2022). Beide Werke weisen gemeinsame Merkmale auf, wie beispielsweise ein fehlplatziertes Scherzo und einen Miniatur-Satz, der weniger als eine Minute dauert. Beide Werke trotzen ihrem diminutiven Titel "Sonatine" mit ihrer vierteiligen Form und ihrer beträchtlichen Dauer.

Die Sonatine beginnt mit einem kraftvollen, vier Noten umfassenden Arpeggio-Motiv. Es leitet über zu einem rasend schnellen Scherzo, in dem das zentrale Trio mit seinen akzentuierten Rhythmen ebenfalls im gleichen unerbittlichen Prestissimo-Tempo dahineilt.

Der zweite Satz, Elegie, ist langsam, ruhig und melancholisch und bildet einen auffälligen Kontrast. Er besteht aus einer Reihe von vier Variationen über eine einfache Melodie, wobei jede Variation durch Klavierakkorde, die an den Klang von Glocken erinnern und eine Tonartänderung vorbereiten, mit der folgenden verbunden ist.

Der dritte Satz, Intermezzo Piccolo, ist eine kurze, bagatellartige Einlage, die den Zuhörer aus der Klangwelt der Elegie herausholen und die Bühne für den abschließenden Satz bereiten soll.

Nach einer kurzen Einleitung spielt das Horn das arpeggierte Hauptthema des Finales. Es beginnt mit denselben vier Noten wie das Eröffnungsmotiv des ersten Satzes, ist nun jedoch in einem punktierten Rhythmus und im 4/4-Takt (anstelle des 3/4-Taktes des Scherzos) gesetzt und bildet Teil einer längeren, aufschwingenden Melodielinie. Der Mittelteil bringt ein weiteres Thema. Sein schneller Fluss wird abrupt unterbrochen, und nach einer Wiederholung endet der Satz mit einer dreistimmigen Fuge, deren Stimmen dem Horn, der rechten Hand und der linken Hand des Klaviers zugewiesen sind. Die Fuge besteht aus einer Exposition, zwei Durchführungen und Zwischenspielen und gipfelt dann in einer Coda von fast orchestraler Intensität, in der das Horn in seiner höchsten Lage das Hauptthema spielt.

“Christoph Schönbergers Sonatine erinnert uns daran, dass auch heute noch anspruchsvolle neue Werke im Stil früherer Epochen geschrieben werden können. Sie erfordert einen Tonumfang von F2 bis C6 [F bis c'''], wobei insbesondere die Tessitura des vierten Satzes sehr hoch ist. [...] Das Virtuose an dieser Sonatine liegt nicht in der Verwendung fortschrittlicher Techniken oder in Spezialeffekten, sondern in der Musikalität, die erforderlich ist, um die Fuge mit dem Pianisten im letzten Satz zu meistern und das gesamte Stück im klassischen Stil und mit Feingefühl zu spielen.

Dieses Werk wird wahrscheinlich Teil der Konzerte von Studenten und Lehrern an Musikhochschulen werden. Es hat alle Eigenschaften klassischer Sonaten, kann jedoch als erfrischender Ersatz für die Standardliteratur dienen. Einzelne Sätze eignen sich auch gut zum Üben. Der langsame zweite Satz bietet beispielsweise die Möglichkeit, die Ausdrucksmöglichkeiten des unteren Registers des Instruments zu erkunden und zu demonstrieren. Der kurze dritte Satz könnte zu einer kurzen und schönen Zugabe werden. Diese Sonatine ist eine attraktive Bereicherung unserer Literatur.”

(Kommentar von Randall E. Faust in: The Horn Call, Journal of the International Horn Society, vol. LVI no. 1, October 2025, S. 102)

Aufnahme mit Ben Goldscheider, Horn und Richard Uttley, Klavier

Isa Khan - Toningenieur, Videografie & Post Production
Callum Lawrence (Azimuth Media Production) - Videografie & Toningenieur Assistent
Aufgenommen in Saffron Hall, Essex, UK. Mai 2024.

Diese Aufnahme wurde unter der "Creative Commons licence" CC BY veröffentlicht.

Eine abspielbare Liste mit den vier Sätzen der Sonatine ist auf YouTube zu finden.

I. Scherzo – Prestissimo, Trio – misterioso, prestissimo

Spieldauer: 4'06"

Link: https://youtu.be/qXB8CkHDqeI

II. Elegia – Larghetto

Spieldauer: 4'15"

Link: https://youtu.be/fpTGY3cdYAo

III. Intermezzo Piccolo – Allegro

Spieldauer: 0'35"

Link: https://youtu.be/BE7TR1zuriE

IV. Finale – Allegro

Spieldauer: 6'28"

Link: https://youtu.be/0TR_X7kIi7s

Schlußfuge (beginnend ab 4'09")